Kindle-Review: Mein erstes halbes Jahr mit dem E-Reader

Kindle Logo

Der Kindle - mein neuer ständiger Begleiter (Logo von der Innenseite der Hülle) (cc by Tobias Sacher)

Vor kurzem hat Amazon mit dem Kindle-Touch die neueste Generation seines E-Book Readers angekündigt. Das möchte ich zum Anlass nehmen um mal ein ausführliches Review zu meinem Kindle zu schreiben, welchen ich nun schon seit Oktober mein Eigen nenne.

Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich sehr gerne lese und wahnsinnig viele Bücher zu Hause rumstehen habe. Ich habe schon immer Bücher verschlungen und liebe einfach die Ästhetik die von einem auf Papier gedruckten Wort ausgeht. Deswegen habe ich mich sehr sehr lange gegen E-Books und die dazugehörigen Reader gewehrt. Als ich aber letztes Jahr knapp 2000 Seiten Literatur mit in die zwei Wochen Urlaub in Kroatien mitgenommen habe, fing ich an mich näher mit der Thematik zu beschäftigen. Nach langem hin und her habe ich mich entschieden mir einfach mal einen Kindle zu kaufen, da ich ersten sowieso sehr sehr viel bei Amazon einkaufe (vor allem Bücher) und da zu diesem Zeitpunkt gerade der Kindle der 4ten-Generation für sagenhafte 99€ herausgekommen war.
Seit dem lege ich das Teil kaum mehr aus der Hand. Ich bin schlichtweg begeistert. Natürlich kaufe ich auch hin und wieder noch gedruckte Bücher, aber meist nur weil es mir dabei darum geht mir diesen Titel als physische Erscheinung in mein „echtes Regal“ zu stellen.

Kommen wir nun zum Kindle als solches. Eigentlich möchte ich hier nicht mit technischen Details langweilen, aber ganz ohne geht es halt nicht.
Der kleine wiegt 170 Gramm und ist 16,6 cm hoch, sowie 11,4 cm breit. Mit knapp 9 mm Dicke kommt er ca. an aktuelle Smartphones ran. Der Kindle hat 2GB internen Speicher den man nicht nachrüsten kann und von dem ca. 1,25GB für Kindle-Inhalte zur Verfügung stehen. Das macht aber nichts, da diese völlig ausreichend sind, denn E-Books brauchen ja keine Unmengen an Daten. Laut Amazon passen auf den Kindle ca. 1400 Bücher. Er verfügt über W-LAN und USB 2.0, ein PC wird nicht benötigt um den Kindle zu aktivieren oder zu benutzen. Dank der E-Ink Technologie verfügt der Reader nicht nur über eine unglaubliche Akku-Laufzeit von ca. 1 Monat (je nach Benutzung), sondern auch über ein lesefreundliches Display. Anders als andere Geräte wie z.B. das iPad besitzt der Kindle keine Hintergrundbeleuchtung. Deshalb ist es besonders angenehm auf dem Kindle zu lesen, man glaubt tatsächlich eine echte Buchseite in den Händen zu halten. Stundenlanges schmökern ist also problemlos auf dem Kindle möglich. Nachteilig ist dabei natürlich dass man immer eine externe Lichtquelle benötigt.

Beinahe wie eine echte Buchseite (cc by Tobias Sacher)

Der Kindle ist aus grauem Plastik gefertigt, wirkt aber dennoch nicht billig. Die Verarbeitung darf im Allgemeinen als hochwertig bezeichnet werden, die Knöpfe sitzen auch aus ergonomischen Gesichtspunkten an den richtigen Stellen und wirken ebenfalls gut verarbeitet, nichts wackelt oder hakelt. Die Knöpfe zum Vor- und Zurückblättern sind auf beiden Seiten des Gerätes angebracht, so können sowohl Links- als auch Rechtshänder leicht und entspannt damit umgehen.
Die Menüführung ist intuitiv und gleich erlernt, einzig die leichte Zeitverzögerung welche durch das E-Ink-Display entsteht, wirkt Anfangs etwas ungewohnt. Doch auch damit kommt man relativ schnell zurecht. Neues Lesefutter kann direkt über den Kindle-Store auf dem Gerät bezogen werden oder über die Amazon-Homepage. Die Bücher werden dann sofort an das Gerät gesendet (vorausgesetzt man hat W-LAN). Eigene Dokumente können in verschiedenen Formaten (z.B. PDF oder DOC) ganz einfach per Mail an den Kindle gesendet werden. Sie werden zumeist auch korrekt dargestellt, sind aber dennoch nicht immer besonders angenehm zu lesen. Hierfür gibt es aber Abhilfe: Tools wie Calibre helfen einem Dokumente in ein E-Reader-freundliches Format zu bekommen. Außerdem kann Calibre RSS-Feeds abonnieren und automatisch an den Kindle senden, womit man sich z.B. morgens im Zug interessante Blogartikel ansehen kann. Amazon verkauft den Kindle als geschlossenes System, seine Bücher versendet der Online-Riese im hauseigenen AZW-Format welches das Kopieren der Bücher verhindern soll. Dies finde ich aber nicht weiter schlimm. Viel bedenklicher ist die Tatsache dass Amazon über das „Whispernet“ immer noch Herr über die Daten auf dem Kindle bleibt und auch einfach Bücher eigenmächtig löschen kann wie bereits vor einigen Jahren bekannt geworden ist. Dies sorgte nicht nur für Diskussionen sondern bescherte einem Schüler aus den Staaten auch einen Batzen Geld. Witzig finde ich hierbei dass es sich ausgerechnet um George Orwells „1984“ handelt, was man als Ironie des Schicksals betrachten könnte. Viel mehr als diese zusätzliche „Big-Brother-Paranoia“ aber nervt mich jedoch die umständliche Texteingabe über das Steuerkreuz. Hier kommt man sich vor als wolle man seinen Namen in die High-Score-Liste eines alten Super-Nintendo-Games eintragen. Allerdings denke ich dass das beim neuen Touch-Modell eleganter gelöst sein wird.
Wenn man sich nämlich wirklich mal mit dem Kindle Notizen zu Textpassagen machen will, geht einem das schnell auf den Wecker. Das ist aber nur ein kleiner Minuspunkt der insgesamt nicht so extrem stört.

Kindle im Ruhemodus

Der Kindle im Ruhemodus (hier schon in der Amazon-Schutzhülle) (cc by Tobias Sacher)

Eine Behauptung die sich bei vielen Leuten immer noch hartnäckig hält, ist dass es noch kaum Bücher für den Kindle gebe. Dem muss klar widersprochen werden.
Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Titeln für den Kindle, neue Bücher erscheinen größtenteils sowohl als Print- als auch als E-Book-Ausgabe. Auch für Freunde fremdsprachiger Literatur ist einiges geboten, besonders wenn es um Bücher aus dem englischsprachigen Raum geht. Des Weiteren gibt es inzwischen auch Zeitungen wie „Die Zeit“ für den Kindle als Abo.
Wer schon einmal versucht hat die Zeit an morgendlichen Frühstückstisch zu lesen wird schnell feststellen dass dieses Print-Monstrum Unmengen an Platz verschlingt und auch nahezu unmöglich zu transportieren ist.
Hiermit kommen wir zu einem weiteren Vorteil des Kindle. Man hat ständig hunderte Bücher oder Zeitungen immer und überall griffbereit in einem kleinen, handlichen und leichten Gerät. Man muss keine Abstriche machen welches Buch man nun aus Platz- oder Gewichtsgründen mitnimmt oder nicht. Für jemanden wie mich, der viel unterwegs ist und dabei gerne liest ist das ein absolutes Kaufargument.
Wer außerdem wie ich sehr viele Bücher auf Englisch liest wird schnell einen weiteren Vorteil des Kindle entdecken. Da es in den USA und in Großbritannien so etwas wie die deutsche Buchpreisbindung nicht gibt, können hier E-Books weitaus günstiger verkauft werden als Printausgaben. In Deutschland hingegen bewegt sich die Differenz zwischen beiden Varianten normalerweise im Bereich von wenigen Euro (meist 1-2€ Preisunterschied). Dies denke ich ist einer der Gründe weshalb Geräte wie der Kindle in Deutschland noch nicht so stark verbreitet sind wie in anderen Ländern. Der Buchpreis ist bei uns eben kein schlagkräftiges Argument. Bei Werken aus dem Englischen kann es hingegen schon mal vorkommen dass diese für 99 Cent „verschleudert“ werden. Da muss man oft einfach zugreifen.

So genug geschwafelt, jetzt legen wir mal die Fakten auf den Tisch.

Fazit:

Pro:

  • Hochwertig verarbeitet
  • Leicht zu bedienen
  • Dank E-Ink kaum Unterschied zu bedrucktem Papier und angenehm lesbar
  • Lange Akkulaufzeit
  • Hunderte Bücher ständig griffbereit in der Hosentasche
  • Englische E-Books meist viel günstiger als Printausgaben
  • Steht dem „echten“ gedruckten Buch in nichts nach
  • Süchtigmachend
  • Contra:

  • Benötigt stets externe Lichtquellen
  • Nur durch Tools von Drittanbietern können RSS-Feeds abonniert werden
  • Bisher noch kein großer Preisunterschied zwischen Printausgabe und E-Book (dt. Titel)
  • Umständliche Texteingabe über das Steuerkreuz
  • Geschlossenes System bei dem sich Amazon die letztendliche Kontrolle über den Inhalt auf dem Kindle nicht nehmen lässt
  • Süchtigmachend
  • Eigentlich bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich meinen Kindle in den letzten Monaten sehr lieb gewonnen habe und ungern wieder hergebe. Meine Argwohn und die Skepsis die ich Anfangs gegenüber E-Book-Readern hatte ist gänzlich verflogen. Mittlerweile sehe auch ich im E-Book die Zukunft 😉 auch wenn ich denke dass das „richtige Buch“ nie ganz verschwinden wird.
    Der kleine graue Lesekasten macht süchtig und hat meinen sowieso schon großen Buchkonsum noch gesteigert. Er ist mein ständiger Begleiter geworden und nach einem halben Jahr nicht mehr wegzudenken. Viele Freunde und Bekannte haben sich mittlerweile auch einen Kindle zugelegt und sind ausnahmslos begeistert.
    Ich würde ihn mir immer wieder kaufen.

    Wer von euch hat auch einen E-Book-Reader und welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Kommentare sind jederzeit willkommen.

    Regensburg oder Passau?

    Das Abitur rückt mit großen Schritten näher und damit auch die Entscheidung auf welche Uni ich dann gehen werde. Gar keine leichte Entscheidung, so viele Unis, so viele Möglichkeiten, so viele Pros und Contras die man gegeneinander abwägen muss. Vor kurzem war Tag der offenen Tür an der Uni in Passau. Da Passau einer meiner Favoriten ist, habe ich mir diese Gelegenheit nicht nehmen lassen die Uni genauer unter die Lupe zu nehmen.
    Die Universität selbst ist direkt am Inn gelegen und eine Campus-Uni mit sehr modernen Gebäuden. Darüber hinaus genießt sie, sowie ihre juristische Fakultät, einen exzellenten Ruf. Außerdem gibt es die Möglichkeit während des normalen Studiums eine Art Fernstudium an der University of London zu absolvieren und dieses mit dem Bachelor of Law abzuschließen, was einem, zusätzlich zum Staatsexamen, natürlich weitere Möglichkeiten bietet. Das hierfür ausgezeichnete Englischkenntnisse vorausgesetzt werden sehe ich mal nicht als großes Problem.
    Die Studierenden mit denen man an diesem Tag Kontakt haben konnte zeigten sich alle begeistert von der Uni, aber das ist an einem Tag der offenen Tür nichts außergewöhnliches. Allerdings habe ich auch einen Bekannten der dort studiert und der mir bereits seit längerem vorschwärmt wie toll es doch sei in Passau zu studieren. Wenn man einmal die reinen Zahlen- und Faktenlage vergleicht spricht sehr vieles für Passau. Die Gegend und die Uni sind sehr schön, die Studiensituation scheint optimal, die Lebenshaltungskosten sind niedriger als z.B. in Regensburg und es ist ja jetzt auch nicht soooo weit weg von Zuhause (immerhin noch in Bayern). Obwohl die Innenstadt sehr lebendig scheint kann es bezüglich des „Studentenlebens“ aber kaum eine Stadt mit Regensburg aufnehmen.
    Eigentlich dachte ich dass es mir dieser Besuch einfacher machen wird meine Wahl zu treffen, doch stattdessen hat es den gesamten Entscheidungsprozess weitaus komplizierter gestaltet. Passau hat mir so gut gefallen, dass ich mich nun wirklich kaum zwischen der Drei-Flüsse-Stadt und Regensburg entscheiden kann. Andere Unis scheiden bisher aus (München ist zu teuer, Erlangen-Nürnberg liegt in Franken und in Bayreuth ist ja noch weniger los als in Passau).

    Es wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben als mich demnächst einmal hinzusetzen und eine dieser blöden Pro und Contra Tabellen zu erstellen und dann beiden Studienstandorte gegeneinander abzuwägen. Letztendlich glaube ich allerdings das mein spontanes Bauchgefühl entscheiden wird. Dieses ist sich aber momentan noch überhaupt nicht sicher 😉

    Welche Erfahrungen habt ihr gemacht, kennt ihr die beiden Universitäten und wozu würdet ihr mir raten?
    Über hilfreiche Kommentare freue ich mich.