Zu Gast bei Dr. Mark Benecke – dem “Herrn der Maden”

Wer die David Hunter – Krimis von Simon Beckett kennt, der weiß, dass es Menschen gibt die es unglaublich spannend finden sich Maden auf Leichen anzusehen. Hierbei handelt es sich natürlich nicht um ein ziemlich krankes Hobby, sondern eine ernsthafte Wissenschaft welche bei der Aufklärung von Verbrechen helfen kann. Ein ganz realer Vertreter dieser Zunft ist Dr. Mark Benecke, auch bekannt als „der Herr der Maden“. Der Biologe und Spezialist für forensische Entomologie ist hierzulande wohl eines der bekanntesten Mitglieder seines Fachs. Bekannt wurde Benecke, der mit seinen vielen Tattoos eher wie das Mitglied einer Rockerbande aussieht als ein Biologe, durch diverse Fernsehauftritte und Bücher, welche er teilweise auch zusammen mit seiner Frau Lydia verfasst hat.
Durch meinen Kumpel G. bin ich überhaupt erst auf Benecke aufmerksam geworden und an eine Karte für einen seiner Vorträgen gekommen. Gestern Abend war es also soweit, G. und ich waren zu Gast beim Lack-und-Leder-Leichenschnibbler und durften uns von ihm im Antoniushaus in Regensburg ausführlich über seine Arbeit berichten lassen.

Dr. Mark Benecke

Dr. Mark Benecke - Herr der Maden (c) Michaela Bruckberger

Zunächst einmal erklärte uns der Grufti-Biologe was er denn so in seinem Job mache und wie „CSI“ in der Realität funktioniert. Es geht um ernsthafte Wissenschaftliche Arbeit, das Beobachten von Details und Stunden- und Tagelange Auswertung im Labor so wie das Befragen von anderen Experten und Sachverständigen. Das Rahmenthema des Abends waren Serienmorde. So gab Benecke auch Einblick in Serienmord-Fälle an denen er selbst beteiligt war (als Berater nicht als Täter). Nach einer Pause gewährt sein Frau Lydia, ihres Zeichens Kriminal-Psychologin, interessante Einblicke in die Gedankenwelt von Serienmördern und zeigt wie sich zutiefst kranke und gestörte Persönlichkeiten entwickeln und was sie auszeichnet. Leider muss ich zugeben, dass auf mich so ziemlich alle Eigenschaften eines Narzissten zutreffen. Aber dass wussten die Meisten ja schon vorher.

Das Schlusswort führte dann wieder Benecke selbst. Hier ging er noch einmal auf einige Eigenarten seiner Arbeit auch im Hinblick auf Serienstraftaten ein. Die witzigste Anekdote des Abends dürfte wohl des Biologen entlaufene „Haus-Schabe“ sein. Das possierliche Tierchen, welches auf den Namen „Peterle“ hört war mit Benecke nach Regensburg gereist und gleich zu Beginn der Veranstaltung aus seiner Plastikbox getürmt, konnte aber dank eines schnellen Hinweises aus dem Publikum gleich wieder eingefangen werden. Zum Glück, denn sonst hätte das Antoniushaus vielleicht noch Probleme mit dem Gesundheitsamt bekommen wenn es der kleine Racker durch den Saal in die Küche geschafft hätte. Man konnte die fauchende Schabe in der Pause auch auf die Hand nehmen, allerdings waren sowohl meine Freunde G. als auch F. zu feige das (wohlgemerkt riesige) Insekt auf die Hand zu nehmen. F.’s Freundin war da schon unerschrockener und zeigte uns Pussys wie man(n) bzw. Frau das macht.

Alles in allem ein sehr interessanter und spannender Abend der einem die Arbeit mit dem Tod näher bringt und einen realistischen Einblick in die Forensik geboten hat.

[Foto via gera.de]

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